Instagram-blogger vs. Realität

Wer so halbwegs aktiv auf Instagram und Co ist, hatte mit Sicherheit schon das Glück über eines davon zu stolpern: Bilder die aber wirklich nicht viel mit der Realität zutun haben, und nur um des Bildes Willen entstehen.
Die beiden Bloggerinnen von www.wilderminds.de haben ein kleines Projekt gestartet und sowohl sich selbst als auch  uns ein paar solcher Fotos herausgesucht, die wir dann versucht haben nachzustellen: nur mit Dingen die wir bereits zuhause hatten, das bedeutet es durfte nichts neu gekauft werden um dem Foto näher zu kommen.
Wenn ich 'wir' schreibe meine ich mich & BesitzerInnen/AutorInnen der folgenden Blogs:

wilderminds.de
preppie-and-me.de
irajade.blogspot.de
mjgwrites.blogspot.de


Ich durfte mich an zwei Motiven versuchen. Für das erste musste ich mich mit meinem Chaos auseinandersetzen, das zweite führte mich direkt in unsere schöne Hauptstadt, denn ein Waschsalon musste her.

Beginnen wir mit dem meiner Meinung nach eher weniger coolen: dem Chaosschreibtischfoto.
Laut Instagram sieht ein Schreibtisch am Sonntag genau so aus: Foto Nummer 1 *click*
bei mir aber absolut Nicht. Bei mir herrscht das mehr oder weniger konstruktive Chaos, (beziehungsweise herrschte, denn jetzt nach der Fotosession ist alles super leer und ordentlich.)
Hier also links Originalzustand, rechts nach Beseitigung des Gröbsten)

Danach hieß es noch Tafel putzen, Blumen & Accessoires zusammen sammeln & nach ein wenig Anpassung (Filter ect.) kam am Ende das hier heraus: 
Wie unschwer zu erkennen, fehlt da so einiges. Angefangen bei dem Mac über das Regalbrett im Hintergrund, die Kamera, die Brille (sorry aber ohne ist schlecht mit fotografieren ^^), usw. Außerdem  habe ich unbeabsichtigt eine dunkle Version des Originals erstellt. Lies sich nicht vermeiden, mit einem schwarzen Laptop und Tafel im Hintergrund. Wenn ich das so sehe, sollte ich womöglich häufiger aufräumen & berühmt auf Instagram werden :D

Kommen wir zu Herausforderung Nummer 2, die im Original so aussieht: *click* Bei erster Betrachtung des Bildes hab ich mich direkt gefragt, ob irgendjemand auf diesem Planeten wirklich solche Fotos macht um darzustellen, dass er Wäsche gewaschen hat. Bei intensiverem studieren wurde aber schnell klar, dass es sich um einen 'sponsored-post' handelt, also quasi um Werbung.

Nach einem mehr oder weniger ausgedehnten Shoppingtrip (man muss ja die Gelegenheit nutzen, wenn man schon mal da ist) machten mein eigens zu diesem Anlass engagierter ''Fotograf'' Tobi und ich uns auf den Weg zum ergoogelten Salon zwei Straßenbahnstationen vom Alexanderplatz in Berlin entfernt.
Der Waschsalon, versteckt hinter einer Reihe Taxis
Rechts neben dem Eingang saßen zwei Menschen an einem kleinen Tisch, aßen und warteten auf ihre Wäsche. links befüllten zwei andere gerade die XXL-Waschmaschine. Nach einer kurzen Orientierungsphase, welche Waschmaschine am besten zum Motiv passte, hieß es warten, denn genau diese war noch mindestens 8 Minuten belegt. Doch kein Problem, denn ich musste mich ja noch umziehen.

Der Versuch die Kette der Tasche irgendwie zu kürzen.

Outfit und Haare sitzen, die Waschmaschine ist frei & das shooten kann beginnen. Ich habe seit bestimmt 5 Jahren keinen Kaugummi mehr gekaut, dementsprechend war alles was ich zuhause noch finden konnte eine kleine Verpackung mit drei bunten Kaugummi-kugeln. Anfangs steinhart, irgendwann akzeptabel aber natürlich viel zu wenig um eine große Kaugummiblase hinzubekommen - zu unserer großen Belustigung.

Nach gefühlt 100 Versuchen und minimalen Korrekturen an der Haltung, waren wir mit einem Foto zufrieden. 

 Das finale Foto wurde geschossen, und zuhause zugeschnitten. Weil ich einfach nicht widerstehen konnte mit Paintshop noch ein bisschen mehr zu verändern, als nur das Licht, hier also das finale Bild einmal mit lediglich angepassten Lichtverhältnissen, und einmal mit etwas mehr Bearbeitung.


Um noch ein paar abschließende Worte zu finden:
ich hatte echt viel Spaß daran mich an den Bildern zu versuchen, ich mag kleine Herausforderungen! Letztendlich bleibt ziemlich viel Bewunderung für jene 'Instagrammer' die sich wirklich die Zeit nehmen, professionelle Fotos von ihrem Leben und ihrer Umgebung zu machen. Sicher haben diese Bilder nicht viel mit der Realität zutun, und wenn doch, dann bin ich erst Recht beeindruckt. Ich persönlich schaffe es zum Beispiel nicht meinen Schreibtisch so clean und schön zu halten. Die Gefahr von Instagram ist und bleibt aber, dass es Menschen gibt, die sich selbst an solchen Fotos messen, die nicht merken, dass Instagram nur selten eine realistische Darstellung des Alltags ist, sondern meist Selbstdarstellung und Fotografie/Kunst oder sogar ein Job (wie in dem Fall des Waschmaschinen-bildes). Selbst ich poste oft genug nur das beste aus 10-30 geschossenen Bildern und vorher wird es auch noch bearbeitet und manchmal räume ich auch ein  bisschen auf bevor ich ein angeblich realistisches Foto poste. Instagram ist für mich (und viele andere wohl auch) ein Fotoalbum, und da kommen schließlich auch nur die schönsten Fotos hinein. Lasst euch nicht täuschen von der scheinbar unfehlbaren, perfekten Glitzer-welt, aber schaut doch gern bei den anderen Teilnehmern dieser Challenge vorbei und guckt mit welchen Herausforderungen sie sich auseinander setzen durften.

PS: folgt ihr mir eigentlich schon auf Instagram? Wenn nicht, dann bitte jetzt sofort :D www.instagram.de/janedarkness






Kommentare:

  1. Ganz großes Kino! Die Fotos sind grandios geworden und das Waschmaschinenfoto ist genial geworden! Hahaha, war wirklich sehr unterhaltsam zu lesen und anzugucken!
    Liebste Grüße,
    Heidi von www.wilderminds.de

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  2. Hahaha ich amüsiere mich köstlich über diese ganzen Posts hier. Die beste Challenge seit langem! Ihr seid der Knaller, dass ihr euch da so reingehängt habt ;)
    Alles Liebe, Theresa

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