#fotoprojekt17 - Mai - Color-Key


Mai - Color-Key


Diesen Monat gab es kein spezifisches Thema, was auf dem Bild bzw den Bildern dargestellt werden soll, sondern es ging um eine Technik der Bildbearbeitung: Color-Key. Jeder kennt mindestens dieses eine klassische Beispielbild von dem roten londoner Doppeldecker Bus in der schwarz-weißen Stadt, oder das gelbe Taxi in New York. Das ist Color-Key, aber es ist eigentlich noch viel mehr als das. Sicher, man kann damit bereits offensichtliche Motive noch stärker hervorheben, alles unwichtige quasi verschwimmen lassen, ohne das Bild an Schärfe abnehmen zu lassen, aber man kann es auch verwenden um das Augenmerk auf etwas sonst eher unscheinbares zu lenken, um zu betonen, was im Chaos tausender Farben vielleicht sonst untergegangen wäre. 
Kuh mit Marke
Kuh mit Marke

Sparrenburg bei Nacht, Color-Key
Sparrenburg, Bielefeld


Ich frage mich wie viele kleine Details uns wohl tagtäglich entgehen, weil wir so übersättigt sind von den vielen Eindrücken, die uns nahezu erschlagen. Und damit meine ich nicht nur Verkehrslärm, Lichter und Stimmen, sondern auch Kleinigkeiten wie das Summen des Laptops oder Computers und die vielen Farben auf unserem Smartphone-Display. Da ist so viel. Natürlich können wir nicht alles um uns herum erfassen, nicht jede Ameise auf unserem Weg, aber oft nehmen wir ja nicht einmal die großen Dinge war. Wir sehen vielleicht etwas jeden Tag, ohne es wirklich zu SEHEN. Weil so unglaublich viel ringsherum ist, und dann kommt der Tag, an dem es uns plötzlich bewusst wird und wir uns fragen ob das schon immer da war. Genauso ist es auch bei Menschen. Wir sehen jemanden zum Beispiel in der Schule jeden Tag, ohne zu begreifen, dass dahinter eine reale Person steckt, sie ist immer nur die äußere Hülle, uns ist gar nicht wirklich klar, dass dieser Mensch mehr ist, eine komplette Persönlichkeit. Und dann bräuchte es einen Color-Key fürs echte Leben, ein Filter der Dinge ausblendet um unsere Sichtweise zu ändern, ein Auslöser der uns zeigt, was uns bisher entgangen ist. Aber vielleicht haben wir den alle in uns, und wir müssten einfach nur mal bewusst durch die Gegend laufen, einfach mal versuchen das zu beachten, worauf wir sonst nie unser Augenmerk legen. Vielleicht auf das was über uns ist, während wir zum Bus laufen, oder hinter uns. Vielleicht reicht es schon bewusst den Versuch zu wagen, die Welt aus einem anderen Winkel zu betrachten.






















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