Warum ich kein Vegetarier bin (oder doch?)



Vegetarismus scheint der neuste Schrei zu sein. Rettet die Wale, die Kühe, Schafe... Wenn man sich die Umstände so anschaut unter denen  die Tiere gehalten werden, die später auf unserem Teller landen, und wie sie behandelt und verarbeitet werden, kann einem durchaus schlecht werden. Ich kann verstehen, dass man nachdem man sich das mal angeschaut hat kein totes Tier mehr zu sich nehmen will. Für die Herstellung eines Steaks gehen erstmal locker 4000liter Wasser drauf. Das ist für die Umwelt überhaupt nicht gut. Genauso ist es nicht so toll, dass Wälder gerodet & abgeholzt werden, damit mehr Weidefläche für die lieben Tierchen da ist.
Darauf will ich aber nicht hinaus. Mir geht es mehr so um die Menschen die mit moralischen Werten argumentieren. 'wir dürfen keine Tiere töten, nur damit der Mensch was zu futtern hat.' Also diese Menschen, die ständig als Hipster abgestempelt werden und über die gewitzelt wird, weil sei bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit betonen dass sie vegetarisch leben.  Ihr wisst schon wen ich meine. 
Ich kann diesen Menschen einfach nichts abgewinnen, oder um es korrekter auszudrücken: ich kann nicht verstehen warum man vegetarisch lebt um Tiere zu schützen. Warum darf man keine Tiere töten um sie zu essen? Ich finde das inkonsequent.
Ich finde es durchaus gut, dass diese Menschen einen Anfang machen, sich Gedanken machen und entscheiden, dass sie ihr Haustier nicht essen würden, also auch die Kuh aus dem Stall ein paar Kilometer entfernt nicht so gern auf ihrem Teller gesehen ist. Und trotzdem ist es irgendwie scheinheilig. 
Tiere töten und essen ist falsch. Sie ausbeuten um an Milch, Käse, Eier, heranzukommen aber nicht? Töten ist schlecht aber foltern okay? Also ich wäre lieber tot als gefoltert zu werden, aber das ist wohl Ansichtssache. Doch selbst wenn man jetzt sagt, okay dann bin ich halt Veganer, und halte mich von allen tierischen Lebensmitteln fern. Was ist dann mit den Pflanzen?
'Das ist doch absurd, die haben keine Gefühle' kommt dann häufig als Argument - Da ist also die Grenze? Nun, es gibt Studien die besagen, dass Pflanzen miteinander reden können, und dass sie schreien, wenn sie Zuwendung brauchen. Und Jetzt?
Wenn man Tierschutz und Pflanzenschutz richtig durchziehen will, bleibt nicht mehr viel an Nahrung. Höchstens irgendwelche rein synthetisch hergestellten Lebensmittel. Aber um die her zu stellen, braucht es Maschinen, und die brauchen Öl, es braucht Energie, Wärme, und all das belastet dann wieder die Natur bestehend aus..na? Genau Tieren und Pflanzen. Wenn man also wirklich konsequent gut für die Natur sein möchte, und das möchte man ganz sicher, wenn man sich schon so dafür einsetzt, dass keine Tiere sterben müssen, bleibt nur der Schritt in den eigenen Tod. Sicher kein Problem, denn damit wird vielleicht eine Kuh gerettet, oder ein Stück Natur. Selbstverständlich ist das überzogen. Niemand sollte sich umbringen um die Natur zu retten (obwohl ich es bewundern würde, wenn jemand so konsequent ist). 
Ich empfinde es nicht als falsch Tiere zu töten. Genauso, wie ich es auch nicht falsch finde Pflanzen zu töten. Im Endeffekt ist der Mensch auch nur ein hochentwickeltes Tier. Was ich jedoch als unglaublich falsch empfinde ist die Art, wie die meisten Menschen mit dem Thema Nahrung umgehen. Es ist nicht richtig eine Kuh nur als 'Fleisch, Käse und Milch' und ein Huhn nur als 'Broiler & Frühstücksei' zu sehen. Genauso ist der SalatKOPF im Garten nicht nur die 'Beilage'. Wir sollten all diese Dinge als das begreifen was sie sind: Lebewesen. Sie atmen, und essen, und trinken und scheiden Reste aus. Sie pflanzen sich fort, und sie haben (wahrscheinlich) Gefühle. Wenn man sich das bewusst macht, möchte man vielleicht nicht noch eine dritte Scheibe Wurst auf das Brot packen, und vielleicht auch nicht noch ein Steak essen, obwohl man eigentlich schon satt ist. Möglicherweise möchte man auch nicht jeden Tag totes Tier essen. 
Mal abgesehen davon ist dieser total überzogene Fleischkonsum auch verdammt ungesund. Es braucht nicht jeden Tag Wurst und Fleisch auf dem Teller um satt zu werden. Und Pflanzen (so sehr ich sie auch mag) sind zumindest wesentlich gesünder. Und auch wenn es moralisch vielleicht nicht vollkommen gut ist, kann ich mit dem Verzehr einer, hoffentlich, glücklichen Kartoffel aus meinem Garten besser leben, als mit dem der traurigen Kuh aus der Zuchtfarm. 
Ich finde es gut und richtig, sich dafür einzusetzen, dass Tiere besser behandelt werden, das fängt bei Haustieren mit angemessenen Lebensbedingungen wie Auslauf und Freiheit an, geht über Freilandhühner, bis hin zu den armen Kühen, die uns Milch und Käse schenken. 
Für mich liegt der moralische Fehler nicht in dem töten der Tiere für Nahrung, oder dem 'Milchdiebstahl', sondern darin wie das von statten geht. Wenn ich mir 5 Kühe und 10 Hühner in den Garten stelle, ihnen ein zufriedenstellendes Leben ermögliche und dafür ein paar Eier klaue und ein bisschen Milch abzweige, und vielleicht auch das eine oder andere Mal eins der Tiere verspeise (falls ich das dann noch kann) ist das kein Problem, sondern einfach der Lauf der Natur. Das Überleben des stärkeren quasi. Vor sehr langer Zeit, als der Mensch noch darauf angewiesen war zu jagen und zu sammeln, und als es noch natürliche Feinde gab, da war es vielleicht noch vertretbar Tiere regelrecht zu zermetzeln um was zu essen zu haben. Ich denke heute dürfen wir durchaus human sein. (was auch immer das in Anbetracht der Realität bedeuten mag)

Kommentare:

  1. Ist das deine Stimme in der Soundcloud?
    Wenn ja, dann hast du die wundervollste und angenehmste Stimme die ich je gehört habe!

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    1. Ja, das ist meine Stimme (:
      Vielen, vielen Dank!

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