Trennung



Das Problem mit Trennungen ist, dass jeder anders damit umgeht, aber viele doch am Ende die gleichen Phasen in unterschiedlicher Reihenfolge durchlaufen.

In vielen Fällen geht es beiden am Ende scheiße und jeder beginnt nur noch an sich und seinen eigenen Schmerz zu denken. Und was liegt näher als sich selbst dafür verantwortlich zu machen, dass es nicht geklappt hat. Schon wieder nicht, obwohl man es doch so sehr wollte.
Aber wenn du immer dein bestes gegeben hast, gibt es keinen Grund dir etwas vorzuwerfen, nur leider ist das nicht so einfach. Wir denken nie 'ich hab doch alles getan' sondern wir denken an die kleinen Momente in denen wir etwas hätten anders machen können. 'vielleicht wären wir noch zusammen, wenn ich nicht erst nach 5 Aufforderungen den Müll rausgebracht hätte' ' vielleicht wären wir noch zusammen,wenn ich öfter Zeit gehabt hätte' dieses 'was wäre wenn'-Spielchen das in jeder Situation das schlimmste mit uns anstellt was geht. Wir suchen die Schuld bei uns selbst.. was hätte ich tun können. Und wir zweifeln daran, dass wir wirklich unser bestes gegeben haben.
Aber denkt man mal genau darüber nach, stellt man fest, dass man nicht aus Gemeinheit gewartet hat mit dem Müll raus bringen, und ja, man hätte sich mehr Zeit nehmen können, doch es gab doch auch Gründe es nicht zutun. Der Mensch neigt dazu alles zu idealisieren, außer dem eigenen Verhalten.
Und so wird im Kopf der ehemalige Partner zum heiligen, während man an sich selbst immer mehr Makel und Fehler entdeckt. Doch das ist der falsche Weg. Sicher ist es hilfreich für die Zukunft darüber nachzudenken, was man besser machen könnte, doch es bringt nicht das geringste sich immer wieder zu fragen was es geändert hätte. Man kann es im Nachhinein ja doch bloß vermuten, und ändern kann man es ohnehin nicht mehr.

Die Alternative zum 'was wäre wenn?' und dem zweifeln an sich selbst, ist das verurteilen des anderen. Die Taktik jede Schuld von sich zu schieben und den anderen für absolut alles Verantwortlich zu machen was schlecht gelaufen ist. Ihn oder Sie dafür hassen, dass alles so lief wie es eben nun einmal lief. Es ist leicht die Schuld dem anderen zuzuschieben. Aber ich finde es auch feige. Es ist niemals ein einzelner Schuld daran, dass eine Beziehung nicht funktioniert hat, denn es gehören immer (mindestens) zwei dazu. Wenn der andere so schrecklich war, warum hat man es dann nicht angesprochen? Warum hat man nicht sofort gesagt, dass etwas inakzeptabel ist? Es ist leicht im Nachhinein aufzuzählen, wo die Fehler des anderen lagen. Aber man selbst spielt dabei immer auch eine Rolle. Niemand ist gezwungen irgendwo zu bleiben, wo er sich nicht wohl fühlt. Es steht einem jederzeit frei zu gehen. Also warum einen anderen Menschen dafür verantwortlich machen, dass man genau das nicht getan hat?

Trennungen sind meist nicht einfach, und es gibt unzählige Taktiken damit umzugehen.
Doch sich selbst wegen der Vergangenheit fertig zu machen ist dabei genauso wenig zielführend wie die Schuld auf den anderen abzuwälzen.
Aus jeder Beziehung lässt sich etwas lernen, egal ob sie positiv oder negativ behaftet ist. Aus Fehlern lernt man, doch dazu muss man sie auch eingestehen.

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