Glück?



ich frage mich ob der Mensch wirklich nach Glück strebt.
Viele Menschen sagen das, ja, doch noch viel mehr Menschen können das Glück nicht ertragen. Zumindest scheint es so. Wir wissen genau was uns glücklich machen wird. Oder glauben es zu wissen, und das streben wir an.
Aber wenn wir es haben bemerken wir es nicht. Vielleicht ist der Mensch gar nicht dazu in der Lage glücklich zu sein. Vielleicht rennen wir einer Illusion hinterher. Wie oft denken wir 'ich bin so glücklich'? einige wenige Male im Jahr, und woraus resultieren unsere Taten? aus den schlechten Momenten. Wir sagen nicht ' ich bin gerade so glücklich, ich sollte etwas verändern' nein, wir sagen 'alles ist scheiße' und ignorieren dabei, dass vor ein paar Wochen noch genau diese Situation in der wir uns befinden uns glücklich gemacht hat. Jetzt könnte man sagen, das ist normal. Der Mensch verändert sich. Was uns als Kinder mit Glück erfüllt hat, ist heute kaum der Beachtung wert. Aber warum? Weil wir es haben können. Als Kinder hat uns glücklich gemacht was wir selten tun konnten, oder selten durften. Ein Glas Cola trinken, ausnahmsweise, ein neues Spielzeug, usw. Doch schon damals haben wir Geschenke nach einer Weile spielen nicht mehr beachtet, und wollten etwas neues. Der Mensch sucht also die Veränderung. Die Abwechslung, das Neue. Deshalb gehen Menschen fremd und Paare trennen sich, nicht weil sie unglücklich sind, sondern weil sie das Glück nicht mehr sehen können. Es ist wie mit dem eigenen Geruch, wir sind ständig davon umgeben und können ihn deshalb nicht selbst wahrnehmen. Aber was bedeutet das für uns, wenn wir das Glück nicht wahrnehmen können? Dass es unmöglich ist ein glückliches Leben zu führen? Dass das ganze Leben nur eine einzige große Enttäuschung ist, weil dieses Endziel, das Glück, gar nicht für uns erreichbar ist? Rückwirkend fällt es uns leicht zu sagen 'da war ich glücklich' und wir fragen uns warum uns das damals nicht bewusst war. Ist es möglich glücklich zu sein, mit dem was man hat? Oder widerspricht es dem Wesen des Menschen?

Reiche Menschen wollen immer mehr. Sie haben schon genug Geld für die nächsten 50 Generationen ihrer Nachfahren, oder wenn nicht zumindest mehr als sie in ihrem ganzen Leben ausgeben könnten, und trotzdem hören sie nicht auf zu arbeiten. Sie verdienen weiter und weiter, stapeln das Geld, das sie eigentlich nicht brauchen. Der Mensch ist nie zufrieden mit dem was er hat. Es liegt scheinbar im Wesen des Menschseins unzufrieden zu sein und mehr zu wollen, und dieses streben bringt uns voran. Zu größeren Herausforderungen, zu größeren Erfolgen, zu mehr Glück? Vielleicht, doch wir werden erst rückwirkend erkennen, dass wir glücklich waren. Und da ist der Zustand längst verflogen. Mir bleibt die Frage: ist das großes Ziel im Leben glücklich zu sein wirklich erreichbar?

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