Antidazugehörigkeitsgefühl

Ich glaube jeder Mensch kennt diesen Gedanken 'ich gehöre hier nicht hin', das Gefühl dass es einfach nicht passt, obgleich man es sich doch so sehr wünscht. Doch wo kommt das her? Woran machen wir fest ob wir irgendwo dazu gehören? Da ist zum einen das eigene Empfinden, die Sympathie anderen Menschen gegenüber die auch gerade anwesend sind, und zum anderen die Reaktion der anderen auf einen selbst. Betritt man einen Raum voller Fremder, ist es normal sich zu Beginn ein wenig deplatziert zu fühlen, doch mit der Zeit kommt man ins Gespräch mit dem einen oder anderen, und denkt gar nicht weiter darüber nach ob man vielleicht nicht in diese Gesellschaft passen könnte. Natürlich, manchmal ist scheinbar von Beginn an klar, dass man keine Chance hat, zum Beispiel wenn schon die komplett falsche Musik läuft, oder weil die Menschen einfach von Grund auf andere Interessen haben. 'Der Punk in der Oper', 'das Prinzesschen unter Metalheads', manchmal auch so banales wie 'das Mädchen unter Jungen' Dann fühlt man sich schnell mal wie das Lamm in einem Rudel Wölfen. Der Gedanke nicht dorthin zu gehören liegt dann sehr nahe, und doch muss das nicht der Realität entsprechen. Manchmal sehen die Metalheads das Mädchen und denken sich ' hey wie cool, frischer Wind, die ist echt sympathisch' und plötzlich ist sie vollkommen integriert und unterhält sich angeregt über Kunstgeschichte. Nicht alles was auf den ersten Blick nicht passt, muss auch tatsächlich problematisch sein. Vielleicht ist es eine reine Einstellungsfrage ob man sich fehl am Platz fühlt oder nicht. Was bedeutet überhaupt 'irgendwo nicht hingehören'? Wer entscheidet ob der Ort der Richtige ist oder nicht? Man selbst, selbstverständlich bekommt man oft auch ganz eindeutig vermittelt unerwünscht zu sein, doch auch da kommt der Gedanke aus einem selbst. Selten hört man 'du gehörst hier nicht her', viel häufiger versuchen Menschen Kontakte zu knüpfen, auch wenn es auf den ersten Blick nicht sofort passt. Wer sich also fehl am Platz fühlt ist in vielen Fällen selbst Schuld. Vielleicht aus Angst vor Zurückweisung, vielleicht aus Respekt vor bereits bestehenden Verbindungen, vielleicht aus Unsicherheit. In jedem Fall aber liegt es an einem selbst offen zu sein und jeder Person und Situation eine Chance zu geben. Vielleicht auch mehr als eine. Wer nur passiv daneben sitzt und sich dann ausgeschlossen fühlt, sollte den Grund dafür bei sich selbst suchen. Wer Kontakte knüpfen und gemeinsame Interessen finden will, muss sich schon an den Gesprächen beteiligen. Man braucht sich nicht wundern, wenn man sonst runter fällt. Und wieder zeigt sich: 'jeder ist seines eigen Glückes Schmied', und so liegt es an jedem von uns selbst einen beliebigen Ort zu Unserem zu machen.

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