was wir haben - was wir wollen

Vielleicht gibt es Menschen, die immer das wollen was sie nicht haben können. Vielleicht ist das sogar allgemein für uns Menschen typisch. Wenn wir immer wollen, was wir nicht haben, bedeutet das oft, dass wir das was wir haben auch gar nicht richtig schätzen können. Weil wir so damit beschäftigt sind etwas neues zu wollen, dass wir das was wir haben gar nicht richtig zur Kenntnis nehmen. Und so verlieren wir, und beklagen uns später darüber, dass wir alles verloren haben. Und fragen uns, wie es soweit kommen konnte, dabei sind wir doch selbst Schuld daran. Und dann sind da noch die Menschen um uns herum. Die uns predigen, das Verlorene dann hinter uns zu lassen, denn es hätte ja einen Grund dass es vorbei wäre. Aber was man verloren hat, will man ja wieder zurück, weil es ja etwas ist was man eben nicht hat. Doch wir sollen es nicht zurück nehmen, auch wenn wir jetzt ihren Wert erkannt haben. Ich fragen mich: Warum denn nicht? Was wenn uns dadurch bewusst wurde, dass wir uns nicht vorstellen können ohne denjenigen zu sein, und wir genau das brauchten ?
Wieso betrachten wir jedes 'ende' gleich als Ende von allem. Wieso nicht als Warnschuss? Es kann doch sein, dass manche Menschen Schüsse mit der Schreckschusspistole brauchen um sich bewusst zu machen, dass sie sterben könnten. Vielleicht muss man dem Tod in die Augen sehen um zu wissen, dass das Leben wertvoll ist und jeden Augenblick vorbei sein könnte. Wenn wir dieses Wissen brauchen um das Leben schätzen zu können, müssen wir uns vielleicht auch dem Verlust bewusst sein, um den Wert eines Menschen sehen zu können. Insofern sind diese On-Off-Beziehungen vielleicht die viel ehrlicheren. Weil wir uns mit dem Verlust konfrontieren und damit merken dass wir den anderen noch immer brauchen. Wir setzen uns mit dem möglichen Verlust auseinander und genießen es dann viel mehr den Menschen wieder zu haben. Ist das wirklich schlechter als eine Beziehung, in der man sich so an den anderen gewöhnt, dass man gar nicht mehr darüber nachdenkt, dass man den anderen verlieren könnte?
'dieses Hin und Her tut euch nur unnötig weh' - aber vielleicht ist es genau der Schmerz den wir brauchen um zu sehen, dass wir noch immer zusammen gehören ?

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